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Praktische Übungen zum Training mit Welpen und Junghunden.

 

Ich beschreibe am Beginn dieser Seite nur die "allgemeine" Welpenarbeit, man könnte dies auch als Welpen-Vorschule betrachten, die vor Obedience kommt.

Danach empfiehlt sich der Seite zu den verschiedenen Welpen- bzw. Junghundetreffen anzusehen.

Hütearbeit wird im diesbezüglichen Bereich erklärt, speziell auch in Albena´s Welpentagebuch.

 

Am Beginn jeder Welpenarbeit steht die Bindung des Tieres an seinen Halter bzw. Führer und die höchstmögliche, ihm gewidmete Aufmerksamkeit, also die Konzentration auf den Führer.

 

Nun ist jeder Hund natürlich sehr individuell hinsichtlich der Art, seine Aufmerksamkeit zu erregen und auch, wie lange diese anhält. Ebenso wie bei Menschenkindern kann sich der Eine länger, der Andere kürzer konzentrieren.

Es liegt nun an uns, den Hund immer wieder „einzufangen“, d.h., sobald die Konzentration nachlässt, diese wieder zu erlangen.

 

Führungsqualität

 

Letztlich sind es drei Dinge, die für Führungsqualität wesentlich sind:

 

A)  Bindung (Die Hand, die füttert…)

B)  Konsequenz – an jedem Ort, zu jeder Zeit.

C)  das richtige Timing

 

A) Bindung

 

Die Theorie, über das Hand-Füttern eine Bindung aufzubauen ist nicht neu und von einigen Autoren in Büchern beschrieben, deswegen soll hier nicht viel Platz dafür verwendet werden, ich verweise auf die einschlägigen Bücher von z.B. Thomas Baumann.

Im Prinzip geht es dabei darum, tatsächlich das gesamte Tagesfutter nur direkt aus der Hand zu füttern, möglichst auch nicht immer an gleichen Orten und Zeiten und über viele kleine Einheiten.

Durch diese deutliche, unmittelbare Abhängigkeit wird der Hund seine Aufmerksamkeit auf jede Ihrer Bewegungen konzentriert halten, da ja jederzeit eventuell Futter für ihn abfallen kann...

Da man dies dann zumeist noch mit Befehls-Sequenzen koppelt (bei Gehorsam Futter) ist dies sehr erfolgreich, wenn auch sicher ein wenig Aufwändiger.

 

Eine andere, übliche Praxis ist, das Spiel anstelle - bei Welpenarbeit in Kombination mit - Futter gezielt für den Konzentrationsaufbau einzusetzen. 

Dafür ist wichtig, dass der Welpe bereits darauf trainiert ist, ein spezielles Spielzeug als "das Tollste was es gibt" zu kennen und dieses nicht jederzeit, sondern eben nur wenn Sie es wollen zur Verfügung hat.  Dies ist dann bei Übungen die Abschliessende Belohnung.

Wobei "Leckerlies" wie gesagt ohne weiteres weiterhin ihren Platz finden können, z.B. während den Grundübungen wie Sitz, Lieg oder Fuss.

Eine "Beisswurst" ist ideal, nimmt Ihr Hund dies nicht, dann fransen Sie eine Juttebeisswurst ein wenig auf - die Fasern verlocken noch viel mehr.
Am Boden hin- und herbewegt kann meist kein Welpe wiederstehen seine "Beute" zu fangen und daran zu zerren.
Ablegen in einer Gruppe - alle Welpen müssen liegen bleiben. Wenn einer wieder in die Sitzposition zurückkehrt, wird sofort korrigiert.

B) Konsequenz

 

Schlecht erzogene Hunde gibt es aus dem gleichen Grund wie schlecht erzogene Kinder – weil die Erziehenden fast immer aus Bequemlichkeit die vorgegebenen Spielregeln oder Anordnungen nicht konsequent durchsetzen.

 

 

Jedes junge Wesen testet ununterbrochen, wie weit seine Grenzen gehen und will sie erweitern, bei Vielen hört dies auch niemals auf.

Will man z.B. das Anspringen nicht, darf man es NIE erlauben, auch nicht, wenn man am Sportplatz ist – für den Hund gibt es keinerlei Unterscheidung; Grauzonen sind nur bei Menschen möglich – und klappen auch da meist nicht.

 

Verschliffene Kommandos – z.B aus einem Sitz wird ein Lieg – sofort korrigieren und wenn richtig, dann gleich tüchtig loben.

Wenn Sie sich denken "naja, lieg ist ja auch gut" war es das schon mit dem Gehorsam. Dulden Sie niemals unkorrekte Ausführung.

Auch beim Ballspiel muss der Hund den Ball zumindest unmittelbar vor Ihre Füße legen, später sogar im Maul halten und sich entnehmen lassen. Ein Welpe mit z.B. sieben Monaten kann das durchaus schon lernen.

 

Beachten Sie aber, dass Konsequenz und Durchsetzen nicht mit Härte verwechselt wird. Der Welpe muss bei jeder Arbeit Spass haben.

Schelte, erhobene Stimme oder gar festes Anfassen z.B. um ein Lieg zu erzwingen verdirbt die Arbeitsbereitschaft; der Welpe wird ängstlich und jeder mögliche Gehorsam ist für diesen Übungstag unmöglich.  

Nur positive Emotionen prägen sich gut als Basis für motivierten Gehorsam ein, aus dem Gefühl der Unterdrückung wird kein positives, freudiges Arbeiten erreicht.

 

 

Sogar Unsicherheit geboren aus nicht eindeutigen oder zu jeder Zeit gleichbedeutenden Befehlen wird später, z.B. beim Sport ein Problem (will mein Herrchen das, mache ich das richtig) – weswegen denken Sie wohl, sind beispielsweise recht viele Hunde in Agility beim Slalom langsam? Zu oft Kritik - der Hund will nichts falsch machen und bleibt deswegen lieber langsam.

 

Also: Deutlich ausgesprochene und eindeutige Kommandos, diese immer konsequent durchsetzen.

C) Timing

 

 

Kein Lob und keine Schelte nutzt, wenn sie auch nur eine halbe Minute nach dem Anlass erfolgt.

 

Eine Schelte muss unmittelbar dann gegeben werden, wenn die Missetat passiert – Welpe zerbeisst etwas, was er nicht soll und sie sehen es – angemessenes Schimpfen o.k.

Sie kommen heim, finden etwas zerbissen – schimpfen sinnlos, Welpe hat keine Ahnung, worum es geht, bekommt nur vor Ihnen Angst.

Lieber leise leiden und nächstens alles wegräumen.

 

Gleiches gilt beim Belohnen.

 

Junge Tiere haben eine kurze Konzentrationsphase, in der Kommandos "gehalten" werden.

Diese muss man einfangen, damit eine geistige Verbindung hergestellt wird.

Z.B. bei "Sitz" vor Ihnen soll der Welpe Sie konzentriert ansehen – sobald er das für Sekunden tut sofort loben, belohnen (Leckerlie). Die Zeiten ausdehnen, in dem Sie sobald er nur ansatzweise zuckt (und gleich wegsehen würde) einen Laut von sich geben (zischen, kurzes Geräusch, was auch immer) um die Konzentration einzufangen. Und wieder Belohnen., bis der Hund Sie konsequent fixiert, wenn er vor Ihnen sitzt.

Dann kommt z.B. neben Ihnen sitzen und aufsehen, dann als nächste Übung Fuss-gehen (Hund muss am Bein "kleben" und Sie dabei ansehen)  usw., usw.

 

Dabei wird am Beginn die ausgenutzte Konzentrationsphase immer sehr kurz sein – z.B. beim Begleiten (Fuss-gehen) nur ca drei Schritte, dann sofort auflösen und belohnen – um ja immer innerhalb dieser Phase des Gehorsams die positiven Akzente zu setzen.

Auch wenn der Hund ev. schon mal fünf Schritte schön gehen kann – trotzdem nur drei gehen.

Denn die stetige Wiederholung, immer wenn er konzentriert und gut Arbeitet, belohnt zu werden, schafft den bleibenden Eindruck. Muss immer wieder abbrechen und neu beginnen, verwässere ich diesen.

 

Deswegen:

 

Grundregel bei neuen Übungen:

Kurze Übungseinheiten in einer Länge gestalten, die der Hund mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit positiv bewältigt, einige Male wiederholen und jeden Erfolg sofort mit deutlichem Lob und einem Leckerli belohnen.

 

Am Ende einer Übungssequenz tüchtig loben, Spielen mit dem Lieblingsspielzeug – aber auch das limitiert. Sie bestimmen akzentuiert, freundlich aber nachdrücklich, wann das Spiel zu Ende ist. So bleibt dies immer interessant.

 

Mehr Eindrücke von praktischer Welpenarbeit bekommen Sie auch, wenn Sie die Unterseite unserer Hündin ALBENA besuchen, wo wir Ihre Ausbildung Überblicksartig dokumentieren.