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Herkunft & Entwicklung in groben Zügen

Es gibt wohl fast soviel Varianten der Entstehung wie Züchter – meine Variante basiert auf diverser Literatur – eigentlich weniger über Hunde, sondern über größere Völkerbewegungen bzw. Heerzüge der letzten zweitausend  Jahre, denn diese haben im Großen und Ganzen die derzeitgen Vorkommen fast aller Nutztiere begründet.

Für uns von Bedeutung sind gleich mehrere dieser umtriebigen Völker – zu allererst die Römer, welche mehrere unterschiedliche Hundearten im Tross mit sich führten;  für den Kampf, für die Jagd und für die Bewachung der mitgeführten Herden welche als Tross-Versorgung notwendig waren, wie u.a. den grossen römischen Molosserhund (Nachfahre ist z.b. der Mastino Napoletano) und einen wolfsähnlichen Hund, der z.B. von Kaiser Hadrian als Begleit- und Jaghund verwendet wurde, über den aber leider zuwenig bekannt ist.

Die Römer brachten jedenfalls bereits rund 50 Jahre vor Christi Geburt Ihre Hunde mit nach Britannien, Gallien und viele andere Länder.

 

 

In Britannien, genauer im heutigen Schottland lebten damals  Pikten und Skoten als Hauptgruppen neben Nordthumbrien (heutiges England).

Die Landwirtschaft der Pikten basierte auf der Viehhaltung, allerdings primär von Rindern, 61% der von Forschern gefundenen Knochen aus der damaligen Zeit stammen von Rindern, 31% von Schweinen und nur 8% von Schafen und Ziegen.

Hier kamen die Hunde der Römer gerade recht, denn selber gab es in diesem Teil Britanniens, zumindest lt. derzeitiger Information keine Hunde ausser in Nordthumbrien,wo schmal gebaute Jagdhunde (die Vorfahren vieler heutiger Terrier) genutzt wurden.

Die Pikten begannen jedenfalls in den folgenden Jahrhunderten die den Römern abhanden gekommenen Hunde für Ihre Zwecke einzusetzen und zu selektieren.

 

 

Da ab dem 8 Jahrhundert mehr und mehr die Schafwirtschaft zunahm,  werden kleinere, wendigere Tiere wohl sinnvoller gewesen sein, auch ist der Nahrungsbedarf der riesigen Molosser-Hunde vergleichsweise groß, sie waren dadurch auch Nahrungkonkurrenten.

Bekannt ist auch, daß die Wikinger um 800 im Zuge Ihrer Feldzüge ebenfalls eine neue Hunderasse einbrachten, welche von der Beschreibung als leichtgebaute, schwarz-grauhaarige Hunde mit Stehohren und spitzer Schnauze beschrieben werden.

Daraus läßt sich meiner Meinung nach auf den Västgötaspets  („Spitz der Westgoten“) schliessen, der im Nordland sehr verbreitet war und für die Jagd verwendet wurde. Dieser ähnelt dem Welsh Corgie, hat aber längere Beine. Der Västgötaspets hat mandelförmige, sehr schön leuchtend-braune Augen wie sie mir übrigens in gleicher Form täglich im Gesicht unseres Border Collie Weibchens Lyra entgegenleuchten.

 

 

Ebenso wurden durch die Wikinger im Zuge der ihrer Siedlungen in England norwegische Buhunde eingeführt, die um 850 von norwegischen Siedlern in viele Länder als Hütehunde gebracht wurden und auch den Weg zu den Wikingern fanden.

 

 

Aus diesem Grundmaterial wurde durch die andauernde Selektion und die Einkreuzung von Greyhounds, Setter u.a. ein für die Hütearbeit mit den kleinwüchsigen Hochlandrindern aber vor allem mit den flinken und flüchtigen Schafen ein leichtfüssiger, wendiger Hütehund.

Im 16. Jahrhundert ist dann bereits der Collie mit mittellangem, braun weissem oder schwarz weissem Fell häufiger als Helfer bei der Hütearbeit beschrieben worden, zuerst von einem Dr. Caius, der 1570 den "Working Collie", "Old-Fashioned Collie", "Farm Collie und "English Collie" beschreibt.

 

Es gab also bereits damals viele Variationen wie den Bearded Collie, Bobtail, den langhaarigen Collie und eben im hügeligen Grenzland von Süd-Schottland und Nord-England, dem sogenannten Borderland, den Vorfahren des heutigen, damals eher großteils schwarzen Border Collie.

Seine Namensteile bezeichnen die spezifische Herkunft und Aufgabe: "Border"= Grenze, "Collie" = Helfer, Diener.

 

 

Der Stammvater der heutigen Border Collies ist zum gutenTeil der 1893 geborene, nur 8 Jahre alt gewordenen OLD HEMP (ja, ja, er hieß wie das Canabis), der nach der Überlieferung überragende Fähigkeiten in der Abschätzung von Schafverhalten zeigte und der unter dem Züchter Adam Telfer aus ROY und der Hündin MEG hervorging. Da OLD HEMP trotz geringen Alters angeblich rund 400 Nachkommen hatte, ist seine Linie wohl in beinahe allen Stammbäumen der heutigen Border Collies zu finden.

Ein weiterer wesentlicher Ahne ist Wiston Cap des Züchters W.S. Hetherington, der Border Colli, den die International Sheep Dog Society (ISDS) als Abzeichen in der typischen Hüte Pose führt. Er war wohl der populärste und meist genutzte Deck-Rüde in der Geschichte des Hütesports und ist heute in einer enormen Zahl von Pedigrees in den Linien verzeichnet. Wiston Cap war Vater dreier Welt-Champions und Großvater weiterer Drei, z.B. E.W. Edward´s BILL, der sogar zweimal das Championat gewann.

Ein ganz wesentlicher Punkt war bei der Zucht der Border Collies, daß der eigentliche Zweck im Vordergrund stand, also die Leistungsfähigkeit. Aussehensmerkmale, Fellfabe usw. waren unwesentlich.

Die unter der International Sheping Dog Society (ISDS) geführten Tiere werden auch bis heute nur nach ihrer Leistung und Gesundheit, aber de facto nicht nach Aussehen beurteilt.

Trotzdem wurde der Border Collie 1976 vom Kennel Club in London als Rasse für Ausstellungszwecke anerkannt und 1988 in die FCI-Standards aufgenommen

Im Gegensatz zur Wertung bei der ISDS kann ein unter einem im FCI registrierten Zwinger gezüchteter Hund mit Mitgliedsnummer des ÖKV bzw. eines seiner speziellen Rasseclubs bei einer internationalen Hunde Ausstellung (IHA) gewinnen und Champion werden - aber bei Schafen oder Arbeit im allgemeinen vollkommen uninteressiert bleiben.

Hier wirkt sich leider schon die aus einer Modererscheinung heraus resultierende Selektion auf Schönheit-Standards aus.

Erkennbar ist derzeit auch eine starke Beeinflussung der Britischen Rasse durch den Australischen Typ mit seinem längeren Fell und stärkeren Knochenbau die mit dem Verbringen des diesbezüglichen Stammvaters "Clan Abby Blue Aberdoone" nach Britannien begann.

 

Es bleibt zu hoffen, daß es in Zukunft weiterhin auf die eigentlichen Werte der Rasse hinzielende Züchter gibt, um die hervorragenden Leistungsmerkmale der Border Collies zu erhalten – hübsch ist ein Border Collie sowieso allemal, auch wenn er kein Fell lang wie ein Beardy hat!