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Trennungsangst bei Hunden

Grundsätzlich sollte man jede Entstehung von Ängsten vermeiden, denn – einmal im Kopf des Tieres mit einer Situation, einem Geräusch oder einem anderen Lebewesen verknüpft, wird diese nur sehr langwierig wieder gelöscht.

 

 

Eine echte Trennungsangst (z.B. bei Hunden aus dem Tierheim) oder durch falsches Verhalten entstanden – ist natürlich ebenso langwierig zu beseitigen. Haben Sie das Problem aber erst einmal als solches identifiziert, dann ist das schon ein wichtiger Schritt, nun gehen sie an dessen Beseitigung.

Haben Sie Geduld und Verständnis, auch wenn es die ersten Wochen den Anschein hat, es stelle sich keine Besserung ein. Rechnen Sie mit einer Zeitspanne für die Aufarbeitung dieser Ängsten von rund 2 - 3 Monaten!

In dieser Zeit empfiehlt es sich übrigens möglicher Weise, den eventuell schon durch anhaltendes Bellen gereizten Nachbarn mitzuteilen, dass man ein diesbezügliches Trainingsprogramm macht.

 

Wann kommt es zu Trennungsängsten?

 

Der Hund stammt entweder bereits aus einer für ihn nicht die notwendige Sicherheit und Stabilität vermittelnden Stelle wie z.B. einem Tierheim oder er findet in der jetzigen Situation keine Stabilität. Dies kommt insbesondere dann vor, wenn in der neuen Familie keine Person mit einer für ihn eindeutigen Führungsrolle erkennbar ist - er übernimmt selber die Führung und die vermeintliche Kontrolle, was dann zu Konflikten führt, wenn die Situation seiner Kontrolle entgleitet, sich also Personen, die er schützen will, entfernen.

 

Um dem entgegen zu wirken, sollte das Interesse des Hundes einerseits auf andere (Lern)-Dinge gelenkt werden und vor allem sollte die eigene Führungsrolle gegenüber dem Hund deutlich werden.

 

Wie kann dies nun erreicht werden?

 

Ein Hund muss körperlich und geistig entsprechend seiner Rasse gefordert sein, um ausgeglichen zu sein. Dazu gehören unbedingt aber nicht nur ein morgendlicher und ein abendlicher zügiger Spaziergang von zumindest 30 Minuten. Mittags genügt ein 15Minuten Spaziergang zur Notdurft Befriedigung.

Bitte beachten Sie: Allein sein von sechs oder mehr Stunden ist für jeden Hund unakzeptabel – oder können Sie sechs Stunden des Tages verbringen, ohne Beschäftigung und vor allem, ohne auf die Toilette zu müssen?

 

Für geistiges Training bietet sich ein tägliches Unterordnungstraining an, dass auch während

des Spazierganges eingebaut werden kann.

Ablegen und bleiben, Abrufen, Fuss-sitzen, Fuss-liegen, Vor-sitzen, Fuss-gehen, wechseln links-rechts gehen usw.

All das – so simpel es auch scheinen mag, fordert den Geist des Hundes, Konzentration und – das ist ganz wesentlich – festigt IHRE Rolle als Führungsperson!

 

Rituale unterbrechen:

Ignorieren Sie Ihren Hund einige Zeit, bevor Sie das Haus verlassen – diese Zeit sollte zwischen 15 Minuten und 30 Minuten liegen. Und vor allem machen Sie keine Abschiedszene, wenn sie letztlich gehen, kein Streicheln, Knuddlen usw.

 

Erst durch Ihre Handlung wird Ihr Fortgang für den Hund zu einem besonderen Ereigniss!

 

Vollführen Sie mehrmals täglich über den Zeitraum von mindestens zwei Wochen alle Handlungen, die Sie bei einem Fortgang auch machen – bis zur Tür. Dann drehen Sie sich wieder um, ziehen sich aus und machen, was Sie vorher taten. Dadurch wird der Hund auf die ihm nun schon bekannten Rituale weniger Aufmerksamkeit legen da die Erwartung (Frauchen/Herrchen geht jetzt) unerfüllt bleibt.

 

Wenn Sie gehen (ohne das weiter zu betonen) können Sie dem Hund noch eine Beschäftigung in Abwesenheit geben (Stichwort: verstecken).

 

Um Alleine sein zu üben, muss man aber auch schon im trauten Heim beginnen:

Erlauben Sie Ihrem Hund auf gar keinen Fall Ihnen immer und überall hin zu folgen. Wechseln sie im Training häufig das Zimmer und legen sie ihn vorher auf seinen Platz ab – dort soll er verbleiben, bis sie das Zimmer wieder betreten. Erst mit sehr kurzen, nur einigen Sekunden Abwesenheit, dann immer länger. Belohnen Sie ihn, wenn Sie ihn am Platz vorfinden. (Wichtig beim Belohnen ist, dass das Tier nicht schon in froher Erwartung zu Ihnen kommt und dann sein Leckerli erhält – die Belohnung muss am Platz erfolgen.)

 

Er sollte lernen sich auf Kommando auf seine Decke zu legen und dort zu bleiben.

 

Dieser, sein fester Platz (ideal ist eine grosse Hundebox, die Höhlencharakter hat oder Decke/Korb sind in einer geschützten Ecke aber mit gutem Überblick!) gibt dem Tier Sicherheit – WENN er an dem richtigen Platz steht (Stichwort: Überblick)

 

 

 

 

Hunde, die nicht alleine bleiben können, haben oft zu wenig Selbstbewusstsein. Durch einen sicheren Platz fällt ihm Verweilen leichter. Diese Sicherheit benötigen wir in der Folge auch bei längeren Abwesenheiten und der „Platz“ nimmt auch bei Begrüßungen eine wichtige Funktion ein.

 

 

Wenn Sie nach kurzer oder langer Abwesenheit wieder kommen, begrüßen Sie Ihren Hund nicht überschwänglich, nur kurz und wenden Sie sich anderen Dingen zu. Erst nach einigen Minuten rufen Sie Ihr Tier zu sich und spielen mit ihm.

 

 

 

Noch ein Tipp für Ihre Spaziergänge: suchen Sie sich in ihrer Umgebung einen oder mehrere eher schmale Wege/Pfade, um eine möglichst einfache Kontrolle zu ermöglichen.

Lassen Sie nun den Hund strikt nur hinter sich gehen und korrigieren sie jeden Versuch, sich nach vorne zu drängen. (verwenden Sie dabei z.B. die Leine oder ein Stöckchen als Hilfmittel – nicht Hauen (!) nur Scheuchen) Lassen Sie ihn dann nach einiger Zeit mit einem Kommando „frei“ und lassen ihn laufen. Nach einigen Minuten beordern Sie ihn wieder hinter sich und das Spiel beginnt von Neuem.

 

Dies wird vielleicht 1-2 Monate dauern bis es reibungslos funktioniert, doch letztlich ist es ein sehr starkes mentales Signal, WER die Führung hat.

 

Damit wird auch der Drang Ihres Hundes, Sie vor anderen Menschen zu verteidigen automatisch abgebaut.

 

 

Viel Erfolg,

 

Michael Kohl