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Knochenkrankheiten beim Hund

 

Hüftgelenksdysplasie (HD): Hierbei handelt es sich um eine degenerative Skeletterkrankung die vornehmlich bei schwereren Rassen vorkommt. Beim Border tritt dies erst seit wenigen Jahrzehnten auf.  Dabei verändern die Kugelköpfe der Hinterläufe ihre Stellung in der Gelenkpfanne des Hüftgelenks. HD führt zu eingeschränktem Bewegungsablauf, mit fortschreitendem Aller verschlechtert sich zumeist der Zustand des Tieres.

 

Allerdings möchte ich an dieser Stelle festhalten, dass HD in leichteren Formen keinerlei Einschränkung der Lebensqualität des Hundes bedeutet, ja nicht einmal für eine in massen ausgeführte sportliche Karriere in Agility unbedingt hinderlich ist, was viele fälschlicher Weise annehmen. Im Gegenteil, durch die Sprungübungen wird die stützende Muskulatur gefördert. Schlecht bei HD ist eher flotter Gang und Trab wie er bei der Hütearbeit vorkommt.

 

Ellenbogengelenk-Dysplasie (ED): Immer mehr mittelgrosse (und grosse Hunde) leiden in jüngster Zeit an Ellenbogengelenk-Dysplasie die in verschiedenen , nachfolgend kurz beschriebenen Arten auftritt:

*      OCD (Osteo Chondrose Dissecans): Knorpel-Knochen-Erkrankung.

*      FPC (Fragmentierter Processus Coronideus medialis): gebrochener innerer Kronenfortsatz.

*      IPA (Isolierter Processus Anconaeus): gelöster Krümmungsfortsatz des Ellenbogenhöckers

*      CR (Caput Radius Erkrankung): ungleiches Längenwachstum von Speiche/Elle

 

Diese pathologischen Veränderungen werden unter dem Kürzel ED zusammengefasst und können einzeln aber auch alle zusammen gleichzeitig auftreten – fast immer ist Calcium-Überschuss in der Wachstumsphase die wichtigste Ursache bei gleichzeitiger erblicher Disposition. Zu beachten ist, dass es sich bei Röntgen-Untersuchungen eingebürgert hat, für ED die Ellbogen- und für OCD die Schulter-Untersuchung zu verstehen.

 

Mögliche Ursachen für ED:

1.    Zu viel hochwertiges Futter, Vitaminpulver oder Calciumgaben an die Welpen oder die Mutter während der Säugezeit

2.    Überbelastung in der Wachstumsphase im ersten halben Lebensjahr

3.    Sprünge, Stürze, Verstauchungen und Brüche

4.    Erbliche Veranlagungen, die allerdings nur die Grundlage bilden und ohne Futterfehler bzw. einer Überbelastung des Jungtieres durch Lauf- und Sprungübungen nur äußerst selten zum Krankheitsausbruch führen.

 

OCD:  Nach derzeitigem Wissensstand tritt die Erkrankung nur bei fehlerhafter, also zu reichhaltiger, und Calcium reicher Ernährung in der Wachstumsphase auf (Welpenfutter, Vitamingaben, Calciumgaben)

Sie entsteht sowohl in den Schultern wie auch in den Ellenbogen und in anderen Gelenken und äußerst sich in einer mangelhaften Verknöcherung der Knorpelmasse in den Gelenken. Die Gelenke sehen verdickt aus, bleiben Druckempfindlich und halten der Gewichtsbelastung nicht stand (zittrig). Die Tiere stehen mit nach außen gedrehten Beinen da.

In manchen Fällen kann sich ein Knorpelteil von der Unterschicht des Gelenks teilweise oder auch ganz ablösen und lose im Gelenk verbleiben. Der darunter liegende Knorpel verwächst nicht mehr und es entsteht starker Verschleiss des Gelenkes verbunden mit Schmerzen für das Tier. OCD zeigt sich meistens schon in den ersten drei bis sechs Monaten und tritt überwiegend bei Rüden auf.

Eine Operation ist notwendig, garantiert aber keine vollkommene Heilung, auch wenn diese durchaus häufig erfolgt.

 

FPC: An der Innenseite des Ellenbogens befindet sich direkt an der Elle ein Kochen-Stückchen (Processus Coronoideus). Wenn dieses Teil  in der Wachstumsphase nicht richtig verknöchert, ist es instabil, kann sich von der Elle trennen um dann lose im Gelenk bleiben. Dieses abgelöste Teil verursacht starken Verschleiss im Gelenk (Arthrose). Die Probleme treten wenn, dann meistens im ersten Lebensjahr ab dem dritten Monat auf und zumeist bei beiden vorderen Extremitäten gleichzeitig. FPC kann operativ behandelt werden und ist leicht heilbar, wenn es rechtzeitig erkannt wird!

 

IPA: Hierbei handelt es sich um die Abtrennung des Krümmungsfortsatzes des Ellenbogenhöckers (Processus Anaconaeus). Dieser ist nur durch Knorpelmasse mit dem Knochen verbunden und somit an dieser Stelle gegen mechanische Einwirkung geschwächt. Der Processus Anconaeus (PA) kann sich in der Wachstumsphase lösen, in 30 Prozent der Fälle kommt auch dies wenn, dann beidseitig vor. Der abgelöste Teil muss operativ entfernt werden. Eine Verbesserung des Zustandes zeigt sich relativ rasch, wenn der Verschleiss des Gelenkes noch nicht zu fortgeschritten ist und kann zur vollständigen Heilung führen.

 

CR: (Caput Radius Erkrankung) Eine weitere Störung im Ellenbogengelenk kann das ungleiche Längenwachstum von Speiche (Radius) und Elle (Ulna) sein. An deren Ende sitzt das Radiusköpfchen (Caput radii)

Sind Speiche und Elle unterschiedlich lang bildet sich eine Stufe und das Caput Radii kippt seitlich wodurch das Bein einen Knick bekommt. Dieser Zustand kann sich während des Wachstums von selbst normalisieren. Wenn der Defekt zu stark auftritt oder erst beim bereits erwachsenen Tier festgestellt wird, muss er operativ behandelt werden. Hierbei wird ein Stück der Speiche entfernt.

 

Sacrodynie: Rückenschmerzen der Hunde.  Sacrodynie bedeutet: Schmerz aus dem Iliosacralgelenk. Dieses Gelenk – auf Deutsch Kreuzbein-Darmbein Gelenk - bildet sozusagen den Übergang des Rückgrads zum Becken und hat keine stützenden Muskeln, nur Bänder.

Man unterscheidet 2 Hauptformen der Veränderungen im Ilioscralgelenk: die funktionelle und die degenerative Form.

Zunächst zur funktionellen Form: Sie ist eine häufige Begleiterscheinung bei Bandscheibenvorfällen (infolge Schonhaltung durch Schmerz, kennen wir wohl alle) und tritt meist in Erscheinung nach der Therapie eines Vorfalles (mittels PRT, PDK oder Op). Begünstigenden Faktoren sind Rechts-Links Lahmheiten unterschiedlichster Genese (Arthrosen der Hüftgelenke, der Kniegelenke) und entstehen bei der Schutzhundeausbildung und anderen Extrembelastungen, also posttraumatisch und- postpartal.

Dann haben wir noch die degenerative Form:  Man findet sie bei Arthrose des Iliosacralgelenkes durch Rheuma - oftmals bei auf Steinböden gehaltenen Tieren.

Die Sacrodynie ist bei Borders leider häufiger, als man denkt – der Modesport Agility ist bei häufiger Ausübung eine Ursache dieser Erkrankung, noch mehr aber Flyball oder Frisbee da der Hund sich beim Sprung stark in der Längsachse verdreht und so mit einseitiger, unnatürlicher Belastung am Boden auftrifft.

 

Zum Thema Knochenkrankheiten und mögliche Vererber siehe bitte Links/Gesundheit