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Andere vermutlich erbliche, seltene Erkrankungen:
Epilepsie: Ist eine chronische Erkrankung des Gehirns, die sich durch immer wiederkehrende Krampfanfälle äußert. Epilepsie ist zwar als Erbkrankheit bekannt, kann aber auch durch einen Tumor ausgelöste werden. Auch durch Schädigungen des Nervensystems in Folge von Infektionen und sogar Parasiten (Coccidien) können epileptische Anfälle ausgelöst werden.
Hodenhochstand: Einer oder beide Hoden befinden sich nicht im Hodensack. Dies kann vom Welpenalter an bereits bestehen; eben dass nicht beide Hoden absteigen. Liegt der Hoden zu hoch in der Bauchhöhle kann es durch die für dieses Organ zu hohe Umgebungstemperatur unter Umständen zu Entzündungen und Tumoren kommen (bei 5-10% Risiko, im Leistenkanal 1-2% Risiko) Eine operative Entfernung wird deswegen zumeist empfohlen. Es kann ein Tier aber auch einen sogenannten Wander- oder Pendelhoden haben. Der Hoden befindet sich, zum Beispiel bei sexueller Erregung abwechselnd im Leistenkanal und im Skrotum (Hodensack). Dies ist im allgemeinen nicht behandlungsbedürftig und stellt normalerweise für sich alleine keine Bedrohung für die Fruchtbarkeit dar. Wichtig zu wissen ist, dass das Tier damit oder auch mit nur einem Hoden keinesfalls zeugungsunfähig und auch sonst in keiner Weise beeinträchtigt ist, aber aus zuchthygienischen Gründen sollte eine Weiterzucht unterbleiben. Anm.: Ich stelle allerdings in den Raum, dass ich ein Tier mit Wanderhoden durchaus zur Zucht verwenden würde, wenn seine sonstigen Veranlagungen entsprechend wertvoll und möglicherweise einzigartig wären, da der Grad der Vererbung verschwindend gering ist.
CL: Cleft Lip – genetisch bedingte Gaumen- Lippenspaltung TNS (Trapped Neutrophil Syndrome) Eine erbliche Erkrankung, bei der das Knochenmark zwar Neutrophile (weiße Blutkörperchen) produziert, aber nicht in der Lage ist, sie an den Blutkreislauf abzugeben. Befallene Welpen haben ein geschwächtes Immunsystem und sterben letztendlich an einer Infektion, die sie nicht bekämpfen können. Durch die bei dieser Krankheit eigentümlichen Vielzahl unterschiedlicher Symptome schwer erkennbar und zu diagnostizieren. Die Tiere sterben früh, meist noch im ersten halben Jahr, selten später. Die Krankheit wird nur vererbt, wenn beide Eltern Träger sind. Der genetische TNS Test erkennt übrigens nicht die Erkrankung, sondern stellt nur fest, ob ein Tier eine Kopie eines mutierten, TNS-tragenden Chromosoms geerbt hat.
MDR-1-Gendefekt (Multidrug-Resistenz Defekt) An der Grenze zwischen Blutgefäßen und dem Nervengewebe stellt der sogenannte MDR1-Transporter eine Schutzbarriere für das Gehirn dar. Er ist ein Teil der dort vorhandenen funktionellen Blut-Hirn-Schranke. Besonders beim Bordercollie tritt häufiger eine Störung diese Blut/Hirn Schranke auf und eine Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Ivermectin tritt ein, der z.B. in Antiparasiten-Mitteln enthalten ist. Die betroffenen Tiere zeigen schwere neurotoxische Effekte, welche sich in Form von Bewegungs- und Koordinationsstörungen, Zittern, Benommenheit, Erbrechen, Desorientiertheit, Pupillenerweiterung und vermehrtem Speichelfluss äußern. Bei nur gering höheren Dosen kann es zu komatösen Zuständen und sogar zum Tod des Tieres kommen. Der MDR-1 Defekt kann genetisch nachgewiesen werden.
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