AGILITY

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|  Cedric imTraining
Foto: Lipczenko
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Agility ist, was der Begriff eigentlich schon aussagt: Eine Sportart, die sehr bewegungsintensiv ist, und zwar für den Hund UND für den Hundeführer.
„Erfunden“ wurde Agility 1977 als Pausenfüller bei der Crafts Dog-Show (wo übrigens Heelwork – nun Dog-Dancing – auch erstmals showmäßig gezeigt wurde) und zwar von Peter Meanwell. Dieser hatte die Idee in Anlehnung an das Parcourreiten im Pferdesport und eher aus Zufall. Der Jagdhund eines Freundes hat bei Pferdeparcours gerne Pferd und Reiter über die Hindernisse begleitet – so entstand angeblich die Idee.
In den 80er Jahren kam diese Sportart auch nach Österreich und erfreut sich eines enormen Zuwachs. Diesem regelrechten Ansturm sind leider die meisten Hundeplätze
nicht gewachsen und bilden meist eher grosse Ausbildungsgruppen, was der Ausbildung natürlich abträglich ist. Vier bis maximal sechs Teilnehmer sollten eine Trainingsgruppe ausmachen.
Trainer an Plätzen der österreichischen Gebrauchshundevereine sind ehrenamtlich tätig und u.a. deswegen viel zu rar – wohl aber auch wegen der anderen „Aufgaben“ die sie noch mit übernehmen müssen und viel private Zeit kosten, ohne tatsächlich Anerkennung zu erhalten.
Leider gibt es dadurch auch in Vereinen manchmal nur unzureichend geschulte Agilitytrainer, so daß zusätzlich zum Massendruck noch Fehlentwicklungen im Training vorkommen können – selbst Kleinigkeiten,wie z.B. dass man vor einem Training z.B. sich selber und vor allem auch den Hund vorwärmt, wie in jedem Sport selbstverständlich, habe ich überhaupt noch nie gesehen.
Das Resultat dieser manchmal oberflächlichen Ausbildung ist, daß an sich ambitionierte Agililtysportler mangels guter Ergebnisse frustriert werden oder noch schlimmer, einen bereits falsch antrainierten Hund nach einiger Zeit „aufgeben“ und bestenfalls mit einem neuen Hund wieder beginnen.
Es bleibt zu hoffen, daß es seitens des Verbandes - der immerhin die Trainingsgebühren erhält – bald auch neue Ideen zu dieser wachsenden Herausforderung gibt; nicht zuletzt wäre wohl ein kleines „Anerkennungs-Entgeld“ für die Trainier eine nette Motivation als Zeichen der Würdigung ihrer Leistung, da diese sich jedenfalls alle sehr viel Mühe geben was anscheinend als selbstverständlich betrachtet wird.
Voraussetzungen
A) Gesundheitliche
Agility ist ein den Hund bzw. seine Gelenke, Sehnen und Bänder extrem belastender Sport. Das bedeutet, vor JEDEM Training und Turnier ist es für den Hund (und auch für den Hundeführer) von extrem wichtiger Bedeutung, gut aufgewärmt zu werden.
Spielen Sie mit dem Hund (ballwerfen o.ä.) mindestens fünf Minuten lang, der Hund soll wirklich tüchtig laufen, allerdings eher kurze Strecken. Das sollte wenige Minuten vor Antritt passieren, je kälter es ist, um so länger sollte man aufwärmen (max 10 Minuten) bzw. dem Tier dann eine Decke überwerfen, damit es warm bleibt.
Das Argument, die Tiere seine nachher ja müde und nicht mehr schnell genug ist lächerlich – wer das ernsthaft von seinem Tier glaubt, soll besser damit nach Hause gehen und Obedience ausüben. Im Gegenteil, die Tiere werden sogar eher „aufgedreht“.
Agility als Wettkampfsportart ist mit den dann notwendigen 2-3 Trainingseinheiten in der Woche nur für gesunde, schlanke Hunde mit einem geeignetem, am Besten hochbeinigen und eher leichtem Körperbau sinnvoll. Schwere Hunde werden nur kurze Jahre ohne Schäden des Bewegungsapparates arbeiten können.
Als Freizeitsport mit einmal in der Woche stattfindendem Training oder noch seltener muss man sich da allerdings weniger Gedanken machen, gesund muss der Hund aber natürlich sein.
Agility -Training ist generell ab dem 6. Monat als Spiel ausgeführt möglich. Hier werden die Hürden allerdings so nieder gelegt, dass der Hund darüber laufen kann, also nicht springt, sich aber an die Optik gewöhnt. Springen ist in diesem Alter extrem schlecht für die Gelenkknorpel und führt rasch zu Arthrose-Erkrankungen. Sowohl aus gesundheitlichen, als auch aus mentalen Beweggründen (laßt euren Welpen wenigstens ein bißchen Kindheit!) sollte aber überhaupt ein gezieltes Training auf Parcours nicht vor dem 11. Lebensmonat begonnen werden. Auch dann sind die Hürden noch sehr nieder gelegt.
Bevor man mit einem Hund die vollen Sprunghöhen (max. 65 cm) trainiert, muß bei Ihrem Border unbedingt ein Hüft-Röntgen zur Feststellung etwaiger Schäden oder Hüftdysplasie vorgenommen werden. Dies ist aber sowieso mit einem Lebensjahr vorgeschrieben, wenn Sie sich an ÖCBH Regeln halten. Auch ein Röntgen der Vorderläufe (Gelenksfugen) wäre sicher nicht unnütz, denn gerade die sind am meisten belastet. Investieren Sie lieber einmal prophylaktisch die rund 100,-- Euro bevor Sie vielleicht nach zwei Jahren Training ein mit Arthrose geschädigtes Tier aufgeben müssen.
B) Befehls Grundlagen
Die Voraussetzung für jedes Agility-Training ist die Beherrschung der allgemeinen Befehle wie platz, steh, sitz, bleib, fuß, links, rechts, vor, zurück, langsam, usw.
Um diese Führungstechnik verbal zu trainieren und auch das gleiche (z.B. Richtungswechsel) geführt durch Körpersprache braucht man allerdings keinen Agilityplatz, das geht auf jeder Wiese.
Ohne das sichere Beherrschen dieser Grundlagen sollten Sie Ihr Training bei Agility nicht beginnen, es wird ziemlich sicher scheitern.
Anzahl der Trainingseinheiten: Die Anzahl der sinnvollen Trainingseinheiten pro Woche hängt – abgesehen von Ihrem Zeitmanagement - vom jeweiligem Individuum ab.
Border Collie sind zwar eigentlich immer „dabei“ wenn es um Sport geht und können fast jeden Tag trainieren, sie können theoretisch durchaus bis zu 5 Tage die Woche trainieren. Es wird aber nicht wesentlich zur Verbesserung beitragen, sondern es besteht sogar das Risiko, dass es für den Hund Routine wird, und die Geschwindigkeit darunter leidet – dies ist aber eben sehr individuell. Ein guter Trainer wird dies bald erkennen und Ihnen die optimale Taktung des Trainings vorschlagen.
Optimaler Weise kann man bei dem Aufbautraining 3 Trainingseinheiten pro Woche vorsehen.
Dabei werden vom Hund je Trainingseinheit zumindest 10-12 Läufe mit mindestens 8 Geräten bzw. bei Feinschliff einzelner, schwieriger Passagen (enge Wendungen mit z.B. Hand-Foppen) mit 4-5 Geräten durchgeführt. Abschliessend sollte jedenfalls immer mindestens zweimal ein kompletter Parcour mit rund 15-18 Geräte gelaufen werden.
Für eine Leistungssteigerung ist es gut, nach zwei aufeinander folgenden Trainingseinheit, bei der intensiv neue Dinge geübt wurden, eine Pause von zwei aufeinander folgenden Tagen zu machen und dann zu wiederholen, da sich erfahrungsgemäß die Information besser setzt.
Die Unterbrechung durch andere Sportarten wie Obediance, Hüten oder durchaus auch eine schöne Bergtour erhöhen den Reiz des „Spiels“ und der Motivation beim nächsten Agility-Training. Diese Pause wäre einmal pro Woche auch deswegen sinnvoll, um dem Hund Zeit für Regeneration zu geben, auch wenn Ihr Freund keine Anzeichen von Belastung zeigt.
Darüber hinaus ist es durchaus von Vorteil, ein- bis zweimal pro Jahr Trainingspausen von einigen Wochen zu machen. Dies fördert im allgemeinen generell die Performance bei ansonsten schon auf die Geräte eintrainierten Tieren, da der Border nach der Pause mit sehr hoher Motivation und damit Geschwindigkeit beginnt, die man dann gut fixieren kann.
Abstimmung & Kommunikation: Agility ist ein Teamsport. Das Team besteht aus dem Hund und Ihnen, dem Hundeführer!
Dieses Team muss aufeinander eingespielt sein, um gute Erfolge zu erreichen.
Dazu gehört:
A) dass sich die Geschwindigkeit nach dem langsameren Teil des Teams richtet – das werden im allgemeinen Sie sein. Läuft der Hund vor, wird es unweigerlich zu Fehlern kommen, wenn Sie nicht eine dafür geeignete Führtechnik ausüben.
Wie erreichen Sie dies:
Einerseits durch optimale Berechnung der Laufstrecke, sodass Sie kürzere, der Hund längere Radien durchläuft.
Trainieren Sie Übungen, bei denen Sie den Hund in Stopps hineinzwingen – üblicherweise z.B. bei Kontaktzonen-Geräten und dem Slalom. Wenn der Hund immer in Kontaktzonen bei richtigem Verweilen ein Leckerlie erhält, wird er im Turnier unwillkürlich langsamer, in froher Erwartung einer Belohnung. Das bringt nicht nur die richtige Kontaktzonen-Querung, sondern verschafft Ihnen Zeit, dem Tier nachzukommen.
B) dass die Kommunikation 100%ig stimmt. Ohne klare, auch bei hoher Geschwindigkeit eindeutig verständliche Signale wird der Hund im Eifer des Gefechts das nächstgelegene Hindernis nehmen – auch wenn dies nicht gewollt war.
Bei Agility erreichen Sie immer bessere Wertungen mit Fehlerlosigkeit, erst dann folgt die Geschwindigkeit.
Die Kommunikation teilt sich in den Bereich der verbalen und der non-verbalen Kommunikation, die beide sehr wichtig sind.
Verbal:
Hier kommen die „groben“ Kommandos wie der Sprungbefehl (das „hopp“) oder auch schon mit der Bezeichnung des Gerätes („Reifen“, „Tunnel“, „hinauf“ bei der Wand, „Balken“, „Wippe“, „Slalom“ usw.). Diese Bezeichnungen mit dem Tier zu lernen ist wichtig, da Sie dann den Hund auch vorausschicken können um sich dabei den Weg selber abzukürzen.
Non-Verbal:
Die optimale Kommunikation mit Körpersprache zu erlernen ist nicht so einfach, wie es sich anhört. Den wesentlichsten Einfluss bildet Ihre Schulterachse – der Hund richtet sich immer in erster Linie danach, in zweiter Linie nach Ihren Armbewegungen.
Schwierigkeitsgrad: Beginnen Sie nicht gleich mit einer Vielzahl von Geräten und erwarten nach drei Trainigns schon das Gelingen eines Parcours. Das Agilitytrainig muß langsam aufgebaut werden.
Üben Sie zuerst Hürden, die nieder liegen. Dann Tunnel und auch Schlupftunnel. Danach die Wand. Wenn dies einzeln geklappt hat, können Sie einen Mini-Parcour mit 3-5 verschiedenen Geräten wie z.B. drei Hürden, einen Tunnel, eine Wand laufen.
Bestätigung des Hundes:
Die Parcour-Übungen müssen immer dem Ausbildungsstand des Hundes angepasst werden, damit dieser diese Übung erfolgreich ausführen kann. Damit wird die Frustration von Hund und Hundeführer vermieden, was sehr wichtig ist. Positiver Erfolg, den Sie automatisch dem Hund durch Ihre Emotionen und gute Stimmung zeigen, wird ihn mehr belohnen als ein Leckerlie und sehr motivieren.
Nach einer erfolgreich durchgeführten Übung wird der Hund gelobt und mit einem Spiel belohnt, zumeist wird dazu eine Beisswurst verwendet.
Diese Bestätigung zeigt dem Hund, daß er alles richtig verstanden und ausgeführt hat und motiviert zur nächsten Übung. Diese „Motivation“ sollte man auch üben. Nicht jeder Hund nimmt alle Spielzeuge gleich an, manchmal ist Futter ein guter Anfang – aber dies verwende ich eher nur bei Obediance.
Bei Agility ist die Beisswurst am Besten geeignet. Diese sollten Sie mit dem Hund aber auch antrainieren, sodaß er das Spielzeug als Motivation annimmt. Und sie müssen auch lernen, mit dem Tier wirklich gut zu spielen, nicht nur halbherzig die Beisswurst hinzuhalten.
Konsequenz und Ausdauer: Wie bei jedem Hundesport ist auch beim Agility nicht gleich Erfolg beschieden, es wird sogar manchmal Rückschläge geben.
Ein anhaltender, auch bei Fehlschlägen gemäßigter, freundlicher aber durchaus auch manchmal energischer Tonfall helfen mehr, als aufgeregtes Gestikulieren oder Niederbrüllen.
Ist der Hund wenig motiviert gehen Sie ganz bewusst mit ihm zurück an den Ablege-Platz und lassen andere Hunde trainieren; ideal wäre, wenn Sie mit einem anderen Hund trainieren könnten. Der Hund versteht das sehr wohl – Eifersucht ist nicht nur bei Menschen eine starke Triebfeder und Motivationsquelle.
Wichtig ist die Konsequenz bei Befehlen. Wenn Sie aus Bequemlichkeit dem Hund manchmal Schlampigkeiten durchgehen lassen, wird jeder Befehl und jede Übung verdorben.
Zur Disziplinierung ist es auch wichtig, dass der Hund richtig abgelegt werden kann und auch frei, also ohne leine am Platz bleibt, obwohl andere Hund trainieren. Klappt das, dann haben Sie schon einen schönen Erfolg errungen –bravo! 
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